Stürmische See

Am Samstag den 09.06.2012 mussten unsere Retter so manch einem Segler aus dem kühlen Nass helfen. Gegen 13.00 Uhr traf per Digitalfunkmelder die Nachricht „Gekentertes Segelboot auf dem Schwielowsee“ ein. Die Glindower und Töplitzer Kameraden machten sich mit ihren Rettungsbooten umgehend auf den Weg, die möglicherweise in Gefahr geratenen Personen zu retten. Vor Ort stellte sich heraus, dass der 7m lange Jollenkreuzer vollständig versunken war. So mussten sich unsere Retter in diesem Jahr zum ersten Mal in die kühlen Fluten begeben, um das bis zum Mast gesunkene Segelboot zu bergen. Die Bootseigner blieben dank der schnellen Hilfe unverletzt und kamen mit einem leichten Schock davon.

Doch für unsere Retter sollte das nicht der letzte Einsatz an diesem Tag gewesen sein. Parallel zur Bergung des ersten Segelbootes kenterte bei heftigem Wind, der auf dem Schwielowsee nicht zu verachten ist, bereits der nächste Segler. So bleib der Wunsch nach einer heißen Dusche für unsere Retter vorerst noch unerfüllt und sie mussten sich mit der „großen kalten Badewanne Schwielowsee“ zufrieden stellen. Und was einmal klappt – klappt auch ein zweites Mal! Denn auch der zweite Segler konnte nach einiger Zeit unversehrt aufgerichtet und dem Bootseigner übergeben werden.

Im Verlauf des Nachmittags ging in der Leitstelle der DLRG ein Anruf der Wasserschutzpolizei ein. Diese berichtete, dass ein havariertes Motorboot in die Kaimauer des Strandbades Caputh zu fahren drohte. Durch das schnelle Eingreifen der Töplitzer Kameraden konnte hier Schlimmeres verhindert werden. Wie sich herausstellte, hatte das Boot einen Motorschaden und war manövrierunfähig. Nach ersten technischen Hilfeleistungen unserer Kameraden wurde das Boot samt Bootsgästen in den Glindower Hafen geschleppt.

Gegen 18.00 Uhr trafen dann alle Einsatzkräfte, erschöpft, nass und etwas durchgefroren wieder auf den Rettungsdienststationen ein – pünktlich genug, um die Fußballeuropameisterschaft mit Wonne zu verfolgen.

Frühjahrsputz bei der DLRG

Gibt man das Wort „Frühjahrsputz“ als Suchbegriff bei einer Suchmaschine im Internet ein, so erhält man binnen kürzester Zeit ca. 4 380 000 Ergebnisse. Von Anleitungen, wie diese Aktion zu organisieren sei, über Einladungen zu diversen Putz-Veranstaltungen ist alles dabei. Sogar im Internet wird aufgeräumt und so manches Angebot ausgemustert.

Derlei Hilfestellungen benötigten die fleißigen Helfer der Ortsgruppe Potsdam allerdings nicht und machten sich am 21. April 2012 emsig an die Herstellung der Einsatzbereitschaft Ihrer Wasserrettungsstationen in Glindow und am Potsdamer Luftschiffhafen.

Es wurde gründlich entrümpelt, Schränke ausgeräumt, der winterliche Staub entfernt und die Fensterscheiben blank geputzt. In Potsdam wurden sogar die Blumenkübel versetzt, um das Umfeld der Station ein bisschen einladender zu gestalten. Die Sichtung des Einsatzmaterials durfte natürlich nicht fehlen, denn der Start in die Saison der Wasserrettung steht schließlich vor der Tür. Schließlich trennen uns nur noch 19 Tage vom Saisonstart, den wir am 12. Mai in Töplitz mit einer kleinen Grill-Party zelebrieren wollen. Derweil kümmerte sich Lars fleißig um unsere Motorrettungsboote, denn ohne sie wären wir ja ziemlich aufgeschmissen.

Sicher muss hier und da noch ein wenig Hand angelegt werden, doch gab es auch schon erste Träumereien über die bevorstehende Saison und so kann es die neue Stationsleitung von Potsdam gar nicht mehr erwarten, gemeinsam mit anderen Kameraden „ganz in Rot gemeinsam am Frühstückstisch“ zu sitzen, um in einen erfolgreichen Tag auf dem Wasser zu starten.

Die Wasserrettungsdienstsaison 2010 der DLRG Ortsgruppe Potsdam ist nun abgeschlossen und die ehrenamtlichen Retter haben sich die freie Winterzeit verdient. In diesem Jahr wachten 55 Rettungsschwimmer, Rettungstaucher, Sanitäter, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten der DLRG OG Potsdam über die Sicherheit von Badegästen sowie Wassersportlern. Hierbei leisteten sie über 6850 ehrenamtliche Stunden. Weiterhin erbrachten 38 Kameraden bei Veranstaltungen an Land und auf dem Wasser über 1250 Stunden.

Aufgrund einer hoffentlich erfolgreichen Abschlussarbeit zum Thema "Einsatzführung in der DLRG" im Rahmen des Bachelor Studiums "Rescue Engineering" von Christian Neuse, wurde dem Verein die Möglichkeit geboten, eine Einsatzführungsgruppe, die die Feuerwehren, Landrettungsdienste sowie Polizei in der Durchführung von Einsätzen unterstützt, zu gründen. Dank der Unterstützung des Landkreises, der hierzu ein Fahrzeug zur Verfügung stellte, konnte eine schnellere und kompetentere Grundlage zur fachlichen Unterstützung der Führung am Einsatzort gewährleistet werden. Die speziell dafür ausgebildeten Einsatzleiter der DLRG, die als "Fachberater Wasserrettungsdienst" tätig werden, haben genaue Kenntnisse zum Einsatzgebiet sowie Einsatzmitteln und bilden die Schnittstelle zwischen den DLRG Einsatzkräften und den anderen Hilfsorganisationen sowie Feuerwehren. In dieser Saison konnte sich das neu eingeführte System in 11 komplexen Einsätzen etablieren und von seiner Notwendigkeit überzeugen.